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Vollformat- und Cropkameras

Die Begriffe "Vollformat" und "Crop" führen oft - und nicht zu Unrecht - bei Einsteigern in die DSLR-Fotografie zu Verunsicherungen. Und 100%ig genau können Ihnen auch viele Profis nicht erklären, wie die Unterschiede konkret ausfallen. Ich möchte diesen Beitrag daher nutzen, um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, und Ihnen im Anschluss einige Tipps mit an die Hand geben, worauf Sie bei der Auswahl Ihrer Kamera achten sollten.

Vollformat vs. Crop: die Unterschiede

Was sind denn nun die Unterschiede zwischen einem Vollformat- und einem "Crop"-Sensor? Zunächst einmal: Für beide Varianten gibt es allein im Bereich der digitalen Spiegelreflexkameras verschiedene Bezeichnungen - der Vollformat-Sensor wird beispielsweise oft auch als Kleinbild- oder CMOS-Sensor bezeichnet, der Crop-Sensor auch z.B. als APS-C- oder DX-Sensor je nach Hersteller.

Das Kernstück einer Vollformatkamera, der Sensor, ist meist etwa 24 mal 36 Millimeter groß - das gleiche Format wie ein Kleinbildfilm. APS-C-Sensoren messen etwa 15 mal 22,5 Millimeter, womit sie etwa ein Drittel kleiner sind als Vollformatsensoren.

Was bedeutet das aber in der Realität?

Vollformatkameras

  • deutlich geringeres Signalrauschen
  • deutlich größere Möglichkeiten, mit Tiefenunschärfe zu arbeiten (mehr dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag zum Thema Tiefenschärfe.)
  • größeres und helleres Sucherbild
  • aber: längere Verarbeitungszeit aufgrund größerer Datenmengen (diese steigen proportional zur Sensorgröße)
  • schwerer und teurer in der Herstellung/im Einkauf

Crop-Sensor-Kameras

  • bilden nur einen Ausschnitt des Objektivkreises ab => Brennweiten müssen "umgerechnet" werden (ein 50mm-Objektiv bildet an einer gängigen 1.6x-Cropkamera in etwa so ab wie ein 85mm-Objektiv an einer Vollformatkamera, 18mm sehen eher aus wie 24mm am VF)
  • dadurch geringere Möglichkeiten, mit Tiefenunschärfe zu arbeiten, und höheres Signalrauschen
  • kleineres und dunkleres Sucherbild
  • aber: oft deutlich geringeres Gewicht
  • niedriger(er) Einstiegspreis

"Gefühlte Brennweiten" und Tiefenschärfe

Die physikalische Logik hinter der unterschiedlichen Darstellung von Brennweiten am Vollformat versus am Crop würde an dieser Stelle viel zu weit führen. Aber ein wichtiger Bestandteil der Kamerawahl sollte sie dennoch sein. So gehören auch Tiefenschärfe und Cropfaktor untrennbar zusammen. Nehmen wir an, Sie möchten einen bestimmten Bildausschnitt fotografieren und beispielsweise ein Schulterportrait von Ihrem Partner/Ihrer Partnerin aufnehmen. Am Vollformat würden Sie nun vielleicht zu einem 85mm-Objektiv greifen. Um von der gleichen Position aus aber den gleichen Ausschnitt an einem APS-C-Sensor festzuhalten, würden Sie nur ein (etwa) 50mm-Objektiv benötigen. Als Belichtungsdaten seien ƒ/2.8 bei 1/160s und ISO 100 definiert. Je kleiner nun aber die Brennweite wird, desto größer wird physikalisch bedingt (leider) auch die Tiefenschärfe. Das führt gerade in der Portraitfotografie manchmal zu Einschränkungen in der Bildgestaltung respektive sehen Portraits am Vollformat teilweise einfach besser aus (? meiner persönlichen Meinung nach).

Crop oder Vollformat? Einige Entscheidungshilfen

Warum sollte man sich dann überhaupt eine Cropkamera kaufen? Ganz einfach: Besonders für Hobbyfotografen bringt eine Vollformatkamera nicht so viele Vorteile im privaten Nutzungsalltag mit sich, dass es die hohen Zusatzkosten aufwöge. (Ich würde über den Daumen gepeilt behaupten, dass man fürs Vollformat immer mit 50-70% Mehrkosten rechnen muss.) Noch dazu: Für diese Mehrkosten erhält man (mal negativ dargestellt) eine schwerere, langsamere Kamera, die weit größere Datenmengen produziert. Und Hand aufs Herz ? wer nutzt im Privatgebrauch schon mehr als 10 Megapixel wirklich aus? Darüber hinaus gibt es für das Cropformat deutlich mehr bezahlbare Objektive mit guten Abbildungseigenschaften - viele Objektive werden beispielsweise sogar nur für Cropsensoren produziert und können an CMOS-Sensoren des gleichen Herstellers gar nicht verwendet werden. Objektive sind schließlich auch etwas, das man nicht aus den Augen verlieren sollte; im Vollformat-Sektor kann man meist mit vierstelligen Beträgen für neue Objektive rechnen, im Crop-Bereich bleibt es meist dreistellig. Auch in der Sportfotografie wird gerne auf APS-C-Sensoren zurückgegriffen ? hier ist das "Plus an Brennweite" ein großer Vorteil, und auch die höheren Dauerfeuerraten der Cropkameras sind in hitzigen Sportsituationen oft nützlich.
Für wen eignet sich eine Vollformatkamera eher? Meiner bescheidenen Meinung sind Vollformatkameras die Kamera der Wahl all derjenigen, die professionell fotografieren (und zwar alles abseits von Sport und Wildlife/Tieren) oder sich hauptsächlich im Portraitbereich bewegen, Wert auf das Spiel mit scharfen und unscharfen Bereichen legen oder bei denen der Aufpreis im Geldbeutel nicht allzu sehr schmerzt. Ans Herz legen möchte ich Ihnen an dieser Stelle auch noch meinen Artikel über das Gebrauchtkaufen von Fotoequipment. Ich fotografiere selbst immer noch mit einer Canon 5D Mark II, die gebraucht inzwischen für weit unter EUR 1.000 zu haben ist und nach wie vor einen hervorragenden Job macht. Gerade da es sich bei Vollformatkameras zumeist um Modelle handelt, die für den professionellen Gebrauch gebaut werden, ist hier auch von einer längeren Lebensdauer als bei den eher einsteigerorientierten APS-C-Modellen auszugehen.