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Im Spannungsfeld zwischen Equipment und fotografischem Können

Unter Autoren gibt es das Sprichwort: Literarisches Schreiben ist 10% Talent und 90% (erlernbares) Handwerk. Einem Autor genügt zum Umsetzen seiner Vorstellungen dabei ein Laptop, eine Schreibmaschine oder ein paar Blätter Papier und ein schönes Schreibwerkzeug, und vielleicht gehört auch noch ein guter Kaffee mit dazu. Anders ausgedrückt: Beim Schreiben hängt das Ergebnis recht wenig mit dem "Medium" zusammen. In der Fotografie kommt neben Talent und Handwerk aber noch ein dritter Faktor hinzu, und zwar die Ihnen zur Verfügung stehende Ausrüstung.

Oft wird die Diskussion über den Stellenwert fotografischen Equipments recht vehement geführt oder gleich mit Pauschalantworten vom Tisch gewischt. Ich möchte in diesem Text einige Impulse geben, wieso das vielleicht nicht der beste Weg ist.

"Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Fotograf"?

Seit vielen Jahren geistert dieser Satz durch Workshops und Fotoforen. Teilweise wird sogar darüber hinaus noch suggeriert, dass auch mit jeder noch so preiswerten Ausstattung jedes Bild realisiert werden kann, wenn nur der Fotograf genügend "Talent" mitbringt. Unabhängig davon, dass ich den Begriff Talent ohnehin für kritikwürdig und nicht unbedingt treffend halte - Hand aufs Herz: Das ist nicht mehr und nicht weniger als fahrlässiger Unsinn.

Was sicher eigentlich motivierend gedacht ist, ist letztlich alles andere als das. Schließlich gibt es junge Hobbyfotografen, die sich an diesem Mantra orientieren und dann schwer enttäuscht sind, wenn die Bilder großer fotografischer Meister einfach nicht mit der iPhone- oder Kompaktkamera erreicht werden können. Selbst wenn eine Menge Aufwand in Konzeption und Umsetzung steckt. An irgendeinem Punkt kollidiert man dann doch unvermeidlich mit der Realität. Denn auch wenn man mit jeder Kamera (natürlich immer subjektiv) "gute" Bilder machen kann, sind die Möglichkeiten doch begrenzt. Mit Ihrem Smartphone können Sie keine Ultraweitwinkel-Aufnahmen machen oder Produktfotos auf Billboard-Größe ausbelichten - egal, wie fotografisch versiert Sie sind. Eine andere Frage finde ich daher viel wichtiger: Wie viel Einfluss hat denn nun die passende Ausrichtung überhaupt auf das Ergebnis?

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Fotoequipment kaufen: Entscheidend ist das gesunde Mittelmaß

Eines vorweg: Meine gesamte Fotoausrüstung hat mehrere Tausend Euro gekostet, liegt sogar eher im unteren fünf- als im oberen vierstelligen Bereich. Und ich bin noch vergleichsweise zurückhaltend, was teure Investitionen angeht - die Ausstattung z.B. vieler bekannter Werbefotografen übersteigt mit Leichtigkeit die 100.000er-Marke.

Niemand kann mir also erzählen, dass - selbst semiprofessionelle - Fotografie ein günstiges Geschäft ist. (Sicher gibt es dafür auch recht gute Verdienstmöglichkeiten, aber das ist ein anderes Thema.) Wie in vielen anderen Fällen gilt aber auch hier die Faustregel: 80% des Ergebnisses werden durch 20% des (pekuniären) Aufwands erreicht, während die letzten 20% des Ergebnisses die restlichen 80% des Einsatzes fordern.

Ich habe zum Beispiel im letzten Jahr meine beiden Festbrennweitenobjektive - das 50mm ƒ/1.8 und das 85mm ƒ/1.8, jeweils die Canon-Variante - durch das jeweilige Top-of-the-line-Modell ersetzt, also das 50mm ƒ/1.2L und das 85mm ƒ/1.2L II. Preisunterschied laut UVP: etwa 1600 Euro bei den beiden 50mm bzw. 1800 beim 85mm. Das ist eine Menge Geld. Bin ich mit diesen Objektiven zufrieden? Sehr! Sind sie (für mich) besser als ihre günstigeren Varianten? Definitiv! Würde ich den Kauf jedem Einsteiger empfehlen, der sich meinetwegen ein 85mm-Objektiv für seine Canon-DSLR zulegen möchte? Auf gar keinen Fall!

Das mag nun eher zur einer philosophischen Frage werden, aber ich würde an Ihrer Stelle immer erst einmal definieren, wie wichtig Ihnen die Fotografie überhaupt ist und ob es sich vor diesem Hintergrund lohnt, dermaßen viel Geld - und damit auch die 80% in 20% des Ergebnisses - in Ihr Hobby zu stecken.

Denn, und das halte ich für essentiell: Man kann auch mit geringem finanziellem Einsatz Equipment kaufen, ohne dabei billiges und ergo minderwertiges zu bekommen - zum Beispiel über Gebrauchtkäufe oder Produkte von unbekannteren Marken. Nur mal als Beispiel: Das Flaggschiffmodell der Canon-Speedlites kostet Sie laut UVP knapp 700 Euro. Siebenhundert. Bei Yongnuo bekommen Sie ein Produkt mit ähnlicher Materialqualität für ein Zehntel (!) des Preises, und das einzige, was im Vergleich fehlt, ist die E-TTL-Funktion. Wenn man aber entkoppelt blitzt, ist die sowieso mehr oder weniger verzichtbar.

Was ich damit sagen möchte: Diese ganze Herangehensweise ist zweifellos deutlich zeitaufwendiger - lohnt sich dafür aber auch ungemein. So würde ich behaupten, dass Sie auch für verhältnismäßig wenig Geld eine durchaus hochwertige, brauchbare Fotoausstattung zusammenbekommen. Man muss nur bereit sein, auch mal einen Kompromiss einzugehen und sich (zumindest erst einmal) mit den 80% abzufinden.

Viel wichtiger: die Auseinandersetzung mit der Materie

Weitaus wichtiger ist meiner Meinung nach, dass Sie sich mit Ihrer Ausrüstung auch tatsächlich vertraut machen. Das heißt: Hunderte bis Tausende Fotos schießen, verschiedene Einstellungen ausprobieren, Filter auf- und abschrauben, Objektive wechseln, Blendenreihen durchfotografieren, die Automatiken auf die Probe stellen, manuell oder mal im Dunkeln vom Stativ fotografieren, mal nur knipsen und vieles mehr.

So entwickeln Sie ein Gefühl für Ihre Kamera - und vor allem auch für ihre Stärken und Schwächen (bzw. Grenzen). Denn letzten Endes können Sie auch 70.000 Euro für eine Mittelformatkamera mit einem sündhaft teuren 200mm-Objektiv ausgeben - wenn Sie die dann in den Wanderurlaub mitnehmen, um Landschaftsfotos zu machen, haben Sie das Geld schlichtweg komplett in den Sand gesetzt.

Für ähnlich wichtig wie die Auseinandersetzung mit Ihrer Kamera halte ich auch die Auseinandersetzung mit der Fotografie selbst - experimentieren Sie mit verschiedenen Belichtungen, mit unterschiedlichen, gerne unkonventionellen Zuschnitten und nehmen Sie sich die Zeit, ganz bewusst und immer wieder (neue) "Fehler" zu machen. So steigern Sie Ihre fotografischen Fähigkeiten und erweitern Ihren Horizont, während Sie sich gleichzeitig immer mehr mit ihren technischen Möglichkeiten vertraut machen - und womöglich auch Impulse bekommen, wo Sie eventuell neue Technologie in Ihre Fotos einbeziehen könnten.

Lassen Sie sich also nicht von Fotografen mit größerer, höherwertiger Ausrüstung einschüchtern - eine gute Kamera macht noch lange keinen guten Fotografen. Aber lassen Sie auch die technische Komponente nicht komplett außer acht - schließlich wird ein guter Fotograf, der sich nicht um seine Ausrüstung kümmert, immer einem genauso guten Fotograf unterlegen sein, der sein Equipment sorgfältig zusammenstellt und bewusst einsetzt.